Sexualität und Gesundheit

blumen009Was ist gesunde Sexualität?
Immer wieder entzündet sich eine lebhafte Diskussion, wenn über „normale“ oder „gesunde“ Sexualität gesprochen wird.

Insgesamt ist die  partnerschaftliche Sexualität ein Ausdruck von vielschichtigster Gesundheit und ein vollständig erlebter und befriedigender Orgasmus dessen höchster Ausdruck. Während schon Freud von einer „polymorph perversen Sexualität“ als Beschreibungsversuch von gesunder Sexualität sprach konnte Reich und die auf ihn bezogene Körper-Psychotherapie den befriedigenden Orgasmus als eine hohe Ausdrucksform von Gesundheit identifizieren. Die verschiedenen Formen von sexuellen Partnerschaften und Arrangements funktionieren grundsätzlich auf dem beziehungsorientierten Prinzip des Austauschs und Einverständnisses und sind schon unter diesem Aspekt Ausdruck von Gesundheit. 

 


Theoretische Anmerkungen

Als eine biologisch, psychisch und emotional bestimmte Erlebnisweise des Menschen gehört Sexualität gerade mit seiner Beziehungsdimension zu den vollständigsten Erlebnisformen von umfassender Gesundheit: das existentielle Grundbedürfnis nach emotionaler Nähe, Bezogenheit, Angenommensein und Sicherheit sind Ausdruck eines sozusagen primären, grundlegenden Sozialtriebs des Menschen. Sexualität ist somit nicht nur auf das Ausleben von Lust, sondern auf intensivste „Wir-Bildung“ hin angelegt (Dmoch 2010). Ein Begriff in diesem Zusammenhang kommt aus der Ethik des Aristoteles: die „Syndyastische“ (bindungsorientierte) Dimension umschreibt die Grundbedürfnisse des Menschen nach Geborgenheit, emotionaler Nähe und lustvoller Erfüllung, die sich Liebespartner nur in ihrer Dyade erfüllen können. Hiermit beschreibt sich auch eine entsprechende Therapieausrichtung in der Psychotherapie (syndyastische Therapie – Beier et.al. 2004)

Sexuelle Stimulantien

Grundsätzlich gilt: „Gerüche entziehen sich dem Einfluss der Vernunft“. Der Duft einer Person lässt sich nur kurzzeitig durch Duftstoffe überdecken, das Riechorgan und der Duft bestimmen zu großen Teilen die Partnerwahl. Somit haben auch viele Duftstoffe aphrodisierende Wirkungen. Bekannt sich z.B. die Vanille, der Jasmin, der Zimt, die Cutuaba aus Brasilien oder die Maca-Pflanze aus Peru. Auch die Yamswurzel mit dem Wirkstoff Diosgenin ist hier wirksam und kann über die Erhöhung der Androgenenspiegel die Libido verstärken.
Weitere natürliche Stiumulantien sind: Rosmarin, Granatapfel, Alraune,  uvm.

Störungen der Sexualität und ihre Behandlung (Sexualtherapie)

Die sogenannten funktionellen Sexualstörungen können aufgrund der sozialen Orientierung von Sexualität in der Regel nur vor dem Hintergrund der Partnerschaft und Paarkonstellation verstanden und behandelt werden. Daneben ist bekannt, daß verschiedene funktionelle Störungen (z.B. unklare Unterbauchschmerzen, psychosomatische Blasenbeschwerden, Formen von Juckreiz, Ausfluss, und Missempfindungen) auf unbefriedigender Sexualität beruhen können. Die moderne Sexualtherapie basiert auf den Forschungen von Masters und Johnson (1966-70) zur Physiologie der Sexualität und wendet viele Therapieelemente basierend auf Einzel- und Paarübungen an. Sie geht aber in ihrer Fokussierung auf die dyadische Dimension, die Beziehung und Bindung, weit darüber hinaus. Hier sind Beziehungstheorien der Psychoanalyse, die Arbeiten Singer-Kaplan wie auch Kommunikationstheorien wichtig und hilfreich.  Weitergehende Informationen zur Theorie und Anwendung sowie gute Literatur zur Sexualtherapie finden sie unter den hier angegebenen Links.


Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Sexualtherapie
http://www.dgsm.net
http://www.dgfs.de