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Chi / Qi - Ernährung - Nahrungsauswahl nach den Fünf Elementen


Die Ernährungslehre der chinesischen Medizin basiert auf einer präzisen und sehr differenzierten Anamnese. Anhand der Prinzipien von Yin und Yang, dem System der 5 Elemente (Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser) lassen sich Disharmoniemuster erkennen. Hier wird der ganze Mensch betrachtet, nicht nur seine offensichtlichen Krankheitszeichen. Es gibt verschiedene Tendenzen wie z.B. Energiemangel, Energieblockaden, Mangel an Wärme oder einen Hitzeüberschuss, Trockenheit oder eine Fülle an Flüssigkeiten im Körper, dies um nur einige Grundmuster anzudeuten. Neben diesen grundlegenden Tendenzen gibt es mehr als 50 differenzierte Bilder im Bezug auf die Elemente und den entsprechenden Organen und Funktionskreisen. Da heute viele Menschen Kontakt zu krankmachender Ernährung haben, woraus sich ernährungsbedingte Krankheiten entwickeln, ist die Ernährung nach den 5 Elementen sehr hilfreich. Wichtig ist, die Wirkungsweisen der Geschmacksrichtungen „süß, scharf, salzig, sauer und bitter“ zu verstehen und diese im Alltag sinnvoll anzuwenden. Von großer Bedeutung ist auch die Einteilung der Nahrungsmittel anhand der Warm-Kalt-Unterscheidung (thermische Qualität). Bei wechselnden Jahreszeiten oder je nach Konstitution (Kälte- oder Wärmetypus) ist dieses Wissen von großem Nutzen.

Die Wirkungsweisen der Geschmacksrichtungen.

Der Schlüssel zur Klassifizierung von Nahrungsmitteln in der TCM (traditionelle chinesische Medizin) ist ihr Geschmack. Innerhalb der TCM werden die fünf (sieben) Geschmacksrichtungen den Elementen Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser zugeordnet. Sauer und Adstringierend entsprechen demnach dem Element Holz, Bitter dem Feuer, Süß und Fade der Erde, Scharf dem Metall und Salzig dem Wasser. Wenn z.B. ein Kind ständig Süßes verlangt, deutet dies auf einen Mangelzustand im Element Erde, in der Milz. Gleichzeitig gibt dies eine Warnung vor allzu vielen Süßigkeiten und Naschereien. Das Qi der Milz sollte in dem Fall langfristig durch die milde, natürliche Süße von Getreide, Gemüse und Obst tonisiert werden. Die Abneigung gegen einen bestimmtem Geschmack kann auf einen Zustand der Fülle in dem zugehörigen Element hindeuten. Dies kann manchmal als besonderer Geschmack im Mund wahrgenommen werden. Überwiegt z. B, der saure Geschmack, so daß Holz übermächtig wird, kann Erde angegriffen werden mit dem Ergebnis von Muskelproblemen. Aus dem Nei Jing, einen Klassiker der TCM, heißt es: "Bei Lebererkrankungen ist Scharfes verboten, bei Herzerkrankungen ist Salziges verboten. bei Milzerkrankungen ist Saures verboten, bei Nierenerkrankungen ist Süßes verboten und bei Lungenkrankheiten soll Bitteres vermieden werden."

Fünf Wandlungsphasen oder Elemente in den Geschmäckern

Diese dienen unter anderem dazu, körperliche und physiologische Zusammenhänge zu erklären und die jeweilige Geschmacksrichtung festzulegen. Geschmäcker haben eine bestimmte Wirkung und so kann man sie therapeutisch und prophylaktisch einsetzen. 2

Die 5 Elemente

Holz sauer Zusammenziehend (adstringierend) Erzeugt Ansammlung von Säften
Feuer bitter Austrocknend Erzeugt Hitze
Erde süß befeuchtend und entspannend Erzeugt Schleim
Metall scharf zerstreuend und schweißtreibend Erzeugt Trockenheit
Wasser salzig aufweichend und schleimlösend Erzeugt Kälte

Yin und Yang – die Anwendung der Geschmacksrichtungen

Alle Organe, insbesondere die Milz benötigen alle fünf Geschmäcker um optimal versorgt zu sein. Im Funktionskreis Milz werden die Geschmacksrichtungen erkannt. Deshalb werden der Mund, wo die Geschmackswahrnehmung stattfindet und die Lippen dem Element Erde zugeordnet. Von der Milz aus werden die Geschmäcker an die einzelnen Speicherorgane, Leber, Herz, Lunge und Nieren, verteilt und dort als Essenz gespeichert.

Es ist optimal, wenn in einer Speise oder einer Mahlzeit alle Fünf Geschmäcker vorkommen. Sie haben folgende Eigenschaften und Wirkkräfte: Das Süße tonisiert, baut körpereigenes Qi auf und bringt es in Bewegung. Außerdem harmonisiert und entspannt es. Es ist für jeden Menschen, ganz besonders für Kinder und Jugendliche, die sich im Wachstum befinden , der wichtigste Geschmack. Das Scharfe wirkt verteilend und öffnet die Hautporen. Daher ist Scharf der wichtigste Geschmack um sich gegen Kälte zu schützen. Ein warmer Yogitee, der aus einer Gewürzmischung, die wärmt und für das leichte Öffnen der Hautporen sorgt, vertreibt eine beginnende Erkältung. Die berühmte hieße Zitrone bewirkt hier das Gegenteil. Der saure Geschmack hält die Kälte im Körperinneren fest. Scharfes fördert außerdem die Durchblutung und regt die Funktionen von Herz und Kreislauf an. Milz und Magen werden durch Scharfes erwärmt. Das Salzige trocknet aus oder befeuchtet, je nach Zustand, trocken als Salz oder in Verbindung mit Flüssigkeit. Als Glaubersalz leitet es nach unten hin aus. Es reguliert das Säure -Basen Verhältnis und wird in Form von Meeresgemüse zum Erweichen von Energiestauungen und Ablagerungen verwendet. Das Saure/Adstringierende bewahrt die Körpersäfte, indem es vor übermäßigem Schwitzen schützt. Um die Essenz der Nieren zu bewahren und die Knochen zu schützen ist es der wichtigste Geschmack.

Die chinesische Organuhr


Was in der Ernährung nach den 5 Elementen, d.h. in der Ernährungslehre nach TCM (Traditioneller Chinesischer Medizin) seit Jahrtausenden gilt, kennen wir als Bauernregel: ”Frühstücke wie ein Kaiser, esse mittags wie ein König und abends wie ein Bettler“.  In der TCM wissen wir, dass jedes Organ zu bestimmten Zeiten besonders aktiv ist: die chinesiche Organuhr zeigt uns an, daß jedes Organsystem an 2 Stunden pro Tag seine Funktionsmaximum hat. Im westlichen Denken entspricht dies grösstenteils dem sogenannten Biorhythmus.

Tag Organ   Tag Nacht
07 – 09 Uhr Magen   19 - 21 Uhr Kreislauf
09 – 11 Uhr Milz/Pankreas   21 - 23 Uhr Wärmeregulierung
11 – 13 Uhr Herz   23 - 01 Uhr Gallenblase
13 – 15 Uhr Dünndarm   01 - 03 Uhr Leber
15 – 17 Uhr Blase   03 - 05 Uhr Lunge
17 – 19 Uhr Niere   05 - 07 Uhr Dickdarm

 

 

Praktischer Tipp:

Ein Beispiel für eine einfache Anwendung der Qi-Ernährung: Das Frühstück – der optimale Energielieferant

Ein warmes und gekochtes Frühstück z.B. in Form eines gekochten Getreidemüeslis stärkt die Verdauung, baut Energie auf und hält lange satt. Ein Frühstück, welches aus gekochtem Getreide, z.B. Reis, Hirse, Dinkelgriess oder Flocken besteht und mit Gemüse oder mit gekochtem Obst (d.h. Kompott) zubereitet wird, bewirkt langanhaltende Sättigung und Sie nehmen ab! Gerade in der kalten Winterzeit liefert ein gekochtes, warmes Frühstück Ihnen soviel Energie, dass Sie den ganzen Tag fit und leistungsfähig sind.  
Sie beginnen so den Tag mit einer warmen Speise, welche Ihre Energie (Ihr Yang) im Körper aufbaut und aktiviert. Das Ergebnis ist verblüffend. Sie sind den ganzen Tag leistungsfähiger und konzentrierter, als ohne Frühstück oder mit einem kalten Frühstück.  Ein süsses oder pikantes Frühstück? Wenn sie bisher süsse Getreidegerichte, z.B. Birchermüesli oder Brot mit Konfitüre assen, aber daraufhin nach ein bis zwei Stunden wieder richtigen Hunger spürten, sollten Sie pikante Morgenmahlzeiten ausprobieren, die eine kleine Menge Eiweißin Form von Fleisch, Ei oder Hülsenfrüchten enthalten. Fleischbrühe mit Gemüse ist ebenfalls sehr sättigend. Für die Gewichtskontrolle oder -reduktion ist es ohnehin ratsam, auf sehr süße Speisen zu verzichten, weil sie Wasseransammlungen begünstigen.

Bei pikanten Morgenmahlzeiten haben Sie außerdem die Möglichkeit, verdauungsfördernde Kräuter und Gewürze zu verwenden. Gedünstetes Gemüse mit Rührei ist ebenfalls eine Variante, die sehr bekömmlich und auch sättigend ist. Im nachfolgenden Rezeptteil sind sowohl süsse als auch pikante Speisen beschrieben. Probieren Sie beides aus und stellen Sie so fest, ob bei Ihnen eher Süßes oder Pikantes sättigend und nährend ist. Bleiben Sie dann bei der sättigenderen Variante. Sie stabilisieren oder reduzieren - ohne zu hungern – Ihr Gewicht.  

Anwendunghilfe: Bei der süßen und pikanten Variante mit gekochtem Getreide:
Kochen Sie Getreide auf Vorrat, z.B. Reis, Hirse etc. Bewahren Sie das gekochte Getreide im Kühlschrank auf. Am Morgen alle Zutaten (ob süss oder pikant) in die Pfanne, umrühren, fertig – genießen! Mehr als 5 – 7 Minuten benötigen Sie nicht für die Zubereitung. Suppen sind die ideale Ernährung für kalte Wintermorgen, d.h. kochen Sie an einem Tag, an dem Sie genug Zeit haben, einen großen Topf Suppe (Gemüse- oder Fleischsuppe) und wärmen Sie diese zum Frühstück auf. Ein Genuss! Immer noch nicht überzeugt?