Mikrobiologische Therapie und Colon-Hydrotherapie

blumen012Der Darm stellt mit seiner Gesamtoberfläche von 200 Quadratmetern die größte Grenzfläche zwischen dem menschlichen Organismus und der Außenwelt dar. Dabei kommt die Darmschleimhaut ständig mit unterschiedlichsten Antigenen in Kontakt: Nahrungsmitteln, Bakterien, Toxinen, Parasiten und Allergenen. Um diesen Einflüssen begegnen zu können hat sich das Mucosa-Immunsystem entwickelt, das sowohl bei der Immunmodulation als auch bei dem Nährstofftransport beteiligt ist. Das Mucosa-Immunsystem (MIS) ist das bei weitem quantitativ Umfangreichste Immunsystem des Menschlichen Organismus, wobei hier aktivierte Makrophagen und spezielle Immunglobuline (IgA) eine wichtige Rolle spielen. Das IgA wird über bestimmte Lymphozyten gebildet und an das Darmlumen abgegeben, bei hohen Werten ist es Hinweis auf ein aktiviertes Immunsystem, das sich mit Darmständigen Antigenen auseinandersetzt und die Inaktivierung pathogener Antigene fördert.

Durch die unphysiologische Veränderung der Darmbakterienflora - Dysbiose - mit pathogenen Bakterien oder Pilzübersiedelungen kann es zu chronischen Erkrankungen kommen, das Immunsystem wird geschwächt. Nun zum Ablauf einer Mikrobiologischen Behandlung.

Zunächst erfolgt eine spezielle Stuhldiagnostik, die zu einer befundentsprechenden, gezielten Behandlung über mehrere Monate führt. Hierbei dient das s-IgA als Hinweis auf die Funktion des MIS. Zur Behandlung wird die Darmflora mit säurebildenden physiologischen Darmbakterien wiederaufgebaut (antagonistischer Therapieansatz) und zusätzlich ein gezielter Antigenreiz durch eine Autovaccine (Hergestellt aus der Lösung des Patienteneigenen Stuhls) in ansteigender Dosierung zur Aktivierung des Immunsystems gesetzt (Immunologischer Therapieansatz). In Einzelfällen ist vorher die Gabe eines Antimykotikums - bei starker Darmpilzbesiedlung - erforderlich.

Bei Chronischen Erkrankungen und zur Immunmodulation hat sich die Kombination mit der Colon-Hydrotherapie bewährt, die auf eine sanfte Art zu einer vollständigen Säuberung und Entschlackung des Enddarmes führt und die Mikrobiologische Therapie ergänzt. Hier sind je nach Krankheitsbild 6-10 Sitzungen erforderlich, wobei je nach Erkrankung zusätzlich eine Sauerstoffbehandlung des Enddarmes in gleicher Sitzung mit einer sanften Atem- und Bauchmassage kombiniert wird.

Typische Anwendungsbereiche der Mikrobiologischen Therapie

  • Chronisch-rezidivierende Vaginalmykosen
  • Hauterkrankungen
  • Chronischen Nebenhöhleninfekte
  • Darmerkrankungen
  • Zustände nach Antibiotikatherapie
  • Allergien
  • allergische Haut-/Lungenerkrankungen
  • Immunmodulation in der komplementären Krebsbehandlung