Well-Aging

pfirsichDas Altern ist ein naturgegebener und irreversibler Prozess. Sowohl die Orthomolekulare Medizin wie auch die sogenannte Anti-Aging-Medizin kann den Alterungsprozess nicht stoppen, geschweige denn rückgängig machen. Der Begriff Anti-Aging ist eher irreführend und unzutreffend, hat sich aber bisher in Deutschland eingebürgert.

Während des Alterungsprozesses kommt es zu körperlichen Störungen, die kausal mit einer reduzierten Flexibilität des Zellsystems, des Immunsystems und genetischer Reparatursysteme zusammenhängen.

Hier liegen auch die Hauptansatzpunkte der Orthomolekularmedizin. Altersbedingte Resorptionsstörungen und Mangelerscheinungen werden ausgeglichen, in besonderen Fällen wird für ein deutliches Überangebot an Nährstoffen gesorgt. Dies führt zu einer Modifikation des Immunsystems zellulärer Funktionen und kann so entweder Störungen und Erkrankungen beeinflussen oder ihre Entwicklung verhindern.

  1. Genetisch gesteuertes Abschalten (Hayflick-Theorie)
    Die Zahl an möglichen Zellteilungen zur Erneuerung der Gewebe ist genetisch festgelegt. Danach stirbt die Zelle ab. An diesem Vorgang lässt sich bisher nur im Tierexperiment etwas verändern. Medizinische Mittel für den Menschen
  2. Verschleißtheorie - Zellschädigung durch Freie Radikale
    Freie Radikale entstehen durch Stoffwechselprozesse der Zellen, an denen Sauerstoff beteiligt ist. Sie schädigen Zellwände, Zellkerne und die Erbsubstanz. Das Ergebnis: Regenerations- und Reparaturprozesse können nicht mehr vollständig ausgeführt werden. Die Organe funktionieren schlechter. Mit zunehmendem Alter nimmt die Fähigkeit der Zellen ab, die Schäden zu reparieren. Gegen den Angriff der freien Radikale kann sich der Körper durch spezielle eigene Enzyme und die antioxidativen Vitamine A, C, und E schützen.
  3. Mutationen
    Spontane Veränderungen im genetischen Code führen zu fehlerhaften und absterbenden Zellen. Normalerweise öffnet das Enzym Helicase die DNS-Doppelstränge. Fehler können gelesen und repariert werden. Ist die Helicase defekt, unterbleibt die Reparatur.

Viele Faktoren wirken zusammen


Lebensstil, Umweltgifte, Strahlen, bestimmte Nahrungsbestandteile und vermehrter Stress können auf verschiedenen Ebenen den Alterungsprozess fördern. Stress und Strahlen, Tabakrauch und Hochleistungssport führen zu einer erhöhten Stoffwechselaktivität in den Mitochondrien, den "Brennöfen" der Zellen. Freie Radikale entstehen in großen Mengen. Sogenannte kanzerogene Substanzen, wie z.B. Umweltgifte, Bestandteile des Tabakrauches, Bestandteile von alkoholischen Getränken, Alkohol, Nitrosamine in verbranntem Fleisch etc. können Mutationen und damit Gewebeschäden bzw. Krebserkrankungen auslösen.

Mangel an Vitalstoffen im Nahrungsüberfluss


Obwohl in den westlichen Ländern kein Mangel an Nahrungsmitteln herrscht, besteht bei vielen Menschen eine Unterversorgung mit bestimmten Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen. Einseitige Ernährung mit zuviel schnelllöslichen Kohlenhydraten (Zucker und Weißmehlprodukte) und tierischen Fetten, bzw. ein reduzierter Vitalstoffgehalt bei Obst und Gemüse durch moderne Anbaumethoden können die Ursache sein. Eine ausreichende Versorgung mit Vitalstoffen ist jedoch die grundlegende Voraussetzung für die "jung erhaltenden" Zellfunktionen unseres Körpers.

Mehrere Ansatzpunkte für das Jungbleiben beim Älterwerden


Eine Hormonersatztherapie (s. Altern und Hormone) kann eine Säule der modernen "Anti-Aging-Medizin" sein, die immer dann gezielt ausgleicht, wenn ein Mangel einer bestimmten Substanz vorliegt. Viele als gegeben hingenommenen Alterserscheinungen lassen sich jedoch einfach durch einen aktiven und gesunden Lebensstil auffangen.

Normale Alterserscheinungen sind
  • Verringerte Durchblutung
  • Abnahme der max. Sauerstoffaufnahmekapazität pro Jahrzehnt um 5 bis 10 Prozent
  • Anstieg des Blutdrucks um 2 Prozent pro Jahrzehnt
  • Abnahme der Glucosetoleranz
  • Zunahme des Plasma-Corticoid-Spiegels (Stresshormon)
  • Abnahme der zellulären Immunfunktionen
  • Zunahme des Fettanteils
  • Abnahme der Knochendichte
  • Abnahme der Muskelmasse
  • Abnahme der Stärke und Elastizität des Knorpels
  • Abnahme der Festigkeit des Sehnengewebes

     

LEBENSSTIL

WIRKUNG

Stressmanagement Abbau von Risikofaktoren: (Bluthochdruck, Herzfrequenzsteigerung), Immunsuppression, Muskel- und Gelenkbeschwerden, Bildung freier Radikale
Ausdauertraining Steigert körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, Abbau von Risikofaktoren
Muskeltraining Stärkt Muskulatur und Knochensubstanz, verhindert Haltungsschäden und Bewegungseinschränkungen, steigert Selbstbewusstsein durch gute Koordination und Beweglichkeit, gute Körperhaltung und jugendlicheres Aussehen
Knappe Kost (wenig Fett, Zucker und Weißmehlprodukte) Abbau von Risikofaktoren der Koronaren Herzkrankheit: Übergewicht, Diabetes, Bewegungseinschränkung
Viel Obst und Gemüse (enthält: Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Pflanzliche Östrogene) Schutzfaktoren gegen Krebs und Zellschäden
Rauchen und Alkohol vermeiden Freie Radikale und kanzerogene Substanzen verringern) Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs und Leberschäden werden vermieden
Sonne nur in Maßen Radikalbildung in der Haut wird vermieden, UV-Bestrahlung reduziert die Immunantwort
Aktive geistige Betätigung Fördert Konzentration und Koordination, geistige Leistungsfähigkeit
Soziale Beziehungen, Liebe, Partnerschaft, Zärtlichkeit Vermittelt Sicherheit und emotionale Stabilität. Stellt Versorgung und Pflege sicher
Quelle: WDR, Dr. Sabine Schonert-Hirz