Brustkrebsbehandlung

blumen018Konventionelle, neue und ergänzende biologische Therapien.
Quelle: Gesellschaft für biologische Krebsabwehr


Frauen mit Brustkrebs haben gute Chancen, geheilt zu werden. Bei früher Erkennung sind es über 70 Prozent. Mit diesen Informationen möchten wir Betroffene darüber informieren, welche Therapien üblich oder möglich sind, welche neu sind und was ergänzend oder selbst zur Bewältigung der Krankheit und für ein besseres Wohlbefinden getan werden kann.
Dies können nur allgemeine Hinweise sein. Da auch scheinbar gleiche Tumorerkrankungen unterschiedlich verlaufen, und Patientinnen verschieden auf Behandlungen reagieren, kann der Therapeut im Einzelfall auch anders entscheiden. Neue Therapieansätze werden noch nicht überall angewandt oder sind nicht in allen Fällen möglich. Sie können jedoch für viele Betroffene neue Chancen eröffnen, und es lohnt sich, nach diesen Möglichkeiten zu fragen. Oft muss der Patient die Initiative ergreifen und sich selbst genau informieren.

Konventionelle Therapien

Wie bei fast allen organbezogenen Krebserkrankungen ist auch bei Brustkrebs eine Operation die sicherste Heilmethode.

Wie wird operiert?

Bei rund 70 % der Patientinnen kann eine kleine, also brusterhaltende Operation durchgeführt werden. Es wird nur das befallene Brustgewebe entfernt. Noch während der Operation werden Gewebeschnitte histologisch untersucht, um abzuklären, ob alles verdächtige Gewebe entfernt wurde.
Um zu prüfen, ob der Tumor schon "gestreut" hat, werden während der Operation Lymphknoten aus der Achsel entnommen und untersucht. Sind Lymphknoten befallen, besteht ein erhöhtes Rückfall-Risiko.

Die totale Brustoperation wird nur durchgeführt, wenn der Tumor in der Brust zu groß ist (mehr als 3 bis 4 Zentimeter), wenn er schwer zugänglich liegt, wenn er multizentrisch oder infiltrierend (ausfasernd) wächst oder wenn er stark inflammatorisch (entzündlich) ist.

Um auch solche Tumoren brusterhaltend operieren zu können, wird immer häufiger eine präoperative Chemotherapie durchgeführt. Das geschieht oft schon ab einer Tumorgröße von etwa 2 Zentimetern. Durch diese Chemotherapie vor der Operation soll der Tumor so verkleinert werden, dass eine schonende Operation durchgeführt werden kann.

Nach der Operation wird das entnommene Tumorgewebe feingeweblich untersucht, um den Grad der Bösartigkeit, den Hormonstatus und andere Eigenschaften der Tumorzellen festzustellen. Daraus ergeben sich Hinweise für das Rückfallrisiko und mögliche weitere Therapien.

Das Risiko wird nach verschiedenen Befunden beurteilt. Dabei richtet man sich u. a. nach der Tumorgröße (unter 1 cm: niedriges, über 3 cm: hohes Risiko), der Zahl der befallenen Lymphknoten, dem Differenzierungsgrad (von Grading 1 = gut bis 4 = schlecht) und anderen feingeweblichen Eigenarten der Tumorzellen. Wichtig ist die Bestimmung der Hormonrezeptoren. Sind viele vorhanden (Rezeptorstatus positiv), kann eine Anti-Hormontherapie wirksam sein.

Was geschieht nach der Operation?

Für die Nachbehandlung wurden von Onkologen und Gynäkologen in Konsensgesprächen Leitlinien, so genannte "Standards", für die Therapie erarbeitet. Sie können je nach Einzelfall abgewandelt werden. Ob eine Chemotherapie, immer sinnvoll ist, sollte mit einem zweiten Onkologen oder ganzheitlich orientierten Arzt besprochen werden!

Keine Lymphknoten befallen:

Niedriges Risiko:
Keine weitere Therapie, bei positivem Rezeptorstatus eventuell Hormontherapie.

Mittleres Risiko:
Bei positiven Hormonrezeptoren Hormontherapie. Bei negativen Rezeptoren eventuell Chemotherapie.

Hohes Risiko:
Bei negativen Hormonrezeptoren Chemotherapie, bei positivem Rezeptorstatus zusätzlich Hormontherapie; bei älteren Frauen nach den Wechseljahren eventuell nur Hormontherapie.

Lymphknoten befallen (keine Fermetastasen):

Es besteht ein erhöhtes Rückfallrisiko. Bei Frauen vor dem Ende der Wechseljahre wird fast immer eine Chemotherapie empfohlen, evtl. auch eine Hormontherapie. Bei Patientinnen nach den Wechseljahren mit positiven Hormonrezeptoren soll zunächst eine Hormontherapie begonnen werden, eine Chemotherapie erst, wenn diese fehlschlägt.

Was geschieht zur Rückfall-Verhütung?

Bei hohem Risiko (auch ohne Lymphknotenbefall) wird den Patientinnen zu einer adjuvanten Chemotherapie geraten. Diese Behandlung wird im Anschluss an die Operation begonnen. Bei älteren Patientinnen mit positivem Rezeptorstatus genügt oft eine Hormontherapie.

Nach einer brusterhaltenden Operation wird zur Rückfall-Verhütung fast immer eine Bestrahlung durchgeführt. Der Grund: Es lässt sich nicht ausschließen, dass bei der Operation winzige Krebsnester im Brustgewebe oder an den Schnitträndern nicht entfernt wurden. Diese können zu einem örtlichen Rezidiv führen. Durch die Bestrahlung wird dieses Risiko gemindert. Die Nebenwirkungen sind meist wenig belastend.

Bei Hochrisiko-Patientinnen (mehr als 8 befallene Lymphknoten) raten manche Kliniken vor allem jüngeren Frauen zu einer sehr fragwürdigen Intensiv- oder Hochdosis-Chemotherapie. Dabei werden die Zytostatika in mehrfach höherer Dosis als normal gegeben. Möglich ist das durch die Stammzell-Übertragung und durch Medikamente (Wachstumsfaktoren), mit denen die Neubildung von Blut- und Immunzellen gefördert wird. Bisher ist nicht belegt, dass die risikoreiche Behandlung bessere Erfolge bringt. Hilfreich ist immer eine ergänzende Immuntherapie! (Siehe Immuntherapie)

Was geschieht bei Metastasen?

Liegen schon bei der Diagnose Fernmetastasen vor, oder treten sie später auf, wird fast immer zu einer Chemotherapie geraten. Sie kann mit einer Hormontherapie kombiniert werden. Bei älteren Patientinnen kann zunächst eine alleinige Hormonbehandlung versucht werden.

Lebermetastasen können, wenn sie vereinzelt auftreten, oftmals operiert werden. Sind größere Teile der Leber befallen, wird meist zu einer systemischen Chemotherapie geraten. Systemisch heißt: Die Zytostatika werden per Infusion gegeben und gelangen so in den ganzen Körper.

Möglich ist auch eine regionale Chemotherapie. Die befallene Leber wird vom übrigen Blutkreislauf abgetrennt und gesondert mit Blut versorgt. Diesem werden die Chemotherapeutika beigegeben. Da die Zellgifte dabei kaum in den übrigen Organismus gelangen und gesundes Gewebe schädigen, kann sehr viel höher dosiert werden. Auch bei Brustwand-Rezidiven ist sie möglich. Ob das die Behandlungsergebnisse auch langfristig verbessert, ist noch umstritten.

Knochenmetastasen können durch eine lokale Bestrahlung gebremst werden. Bewährt haben sich Bisphosphonate (z. B. "Ostac"), die den Knochenaufbau fördern und Beschwerden lindern.

Wie wirkt die Chemotherapie?

Bei der Chemotherapie werden Zellgifte eingesetzt, die aber nur Krebszellen in deren Teilungsphase abtöten. Um auch gerade ruhende Krebszellen zu erfassen, wird die Behandlung in mehreren Zyklen wiederholt. Beim häufigen CMF-Schema sind es in der Regel 6 Zyklen.

Begrenzt wird der Einsatz von Zytostatika durch die Nebenwirkungen und dadurch, daß Krebszellen gegen die Zellgifte resistent werden. Es sprechen auch nicht alle Kranken auf die Therapie an. Die erreichten Remissionen (Rückbildungen) sind oft nur von kurzer Dauer. Es sollte abgewogen werden, ob der mögliche Nutzen im rechten Verhältnis zu den Belastungen steht. Auch die Erhaltung einer guten Lebensqualität muß berücksichtigt werden.

Wie wirkt die Hormontherapie?

Brusttumore können in ihrem Wachstum durch körpereigene Hormone (vor allem Östrogene) gefördert werden. Das kann eine Anti-Hormon-Therapie verhindern. Das Prinzip: Die Brustdrüsenzellen tragen auf der Oberfläche Rezeptoren, mit denen sie die von den Eierstöcken produzierten Östrogene einfangen. Um das zu verhindern, werden hormonähnliche Substanzen (z. B. Tamoxifen) verabreicht, die sich ebenfalls an den Rezeptoren festsetzen und diese blockieren. Die körpereigenen Östrogene können nicht mehr wirksam werden. Eingesetzt werden auch Aromatasehemmerwie "Aromasin". Sie verhindern die Bildung körpereigener Östrogene. Die Hormonbehandlung ist um so erfolgreicher, je mehr positive Hormonrezeptoren vorhanden sind. Sie kann das Tumorwachstum langfristig stoppen. Sie wird mindestens zwei, oft bis zu 5 Jahre lang durchgeführt.