Immuntherapie - Abwehrkräfte stärken

5_elementeQuelle: Gesellschaft f. biologische Krebsabwehr

Ich will meine Abwehrkräfte stärken. Ich möchte vermeiden, was sie schwächen könnte und nutzen, was sie stärken kann. Denn ich weiß, dass mein Immunsystem entscheidend dazu beitragen kann, mit der Krankheit besser fertig zu werden und meine Heilungschancen zu erhöhen.

Die Abwehrkräfte mobilisieren

Der Krebs nach dem Krebs - die Metastasen sind das noch ungelöste Problem der Krebsmedizin. Trotz scheinbar gelungener Operationen kann es, oft erst nach vielen Jahren, zu den gefürchteten Rückfällen kommen. Den Grund beschrieb ein namhafter Onkologe: "Der Chirurg kann noch so gut sein, einige Krebszellen bleiben fast immer übrig, die muss man dem Abwehrsystem überlassen."
Zur Verhütung von Metastasen können die aggressiven, tumorzerstörenden Therapien wenig beitragen. Was Naturheilärzte schon lange fordern, nämlich gegen Mikrometastasen die Abwehrkräfte zu mobilisieren, wird nun auch von konventionellen Krebsärzten als eine große Chance gesehen.

Möglichkeiten der Immuntherapie

Für eine Immunmodulation, wie es medizinisch heißt, gibt es eine Reihe wirksamer Mittel. Aus der Erfahrungsheilkunde kommen vor allem pflanzliche und organische Präparate. Bewährt haben sich Mistelextrakte, sowie Thymus-Faktoren und Peptide aus Organextrakten von Milz und Bindegewebe. Ihre Wirksamkeit beruht darauf, dass die Aktivität und die Zahl der Abwehrzellen gesteigert wird. Das geschieht vor allem über die vermehrte Ausschüttung von Zytokinen, den Signalstoffen der Abwehrzellen.
Zytokine können bei einigen Krebsarten auch isoliert angewandt werden. In vielen Kliniken laufen Studien mit Interferonen oder Interleukinen, die gentechnisch hergestellt werden.
Die verschiedenen Formen der Überwärmungstherapie sind eine weitere Möglichkeit, Krebsgeschwülste zu bekämpfen. Künstlich erzeugtes Fieber wirkt heilend wie bei einer Infektion. Bei der Hyperthermie können die Krebsgeschwülste durch Hitzestrahlen so geschädigt werden, dass sie den Abwehrzellen schneller zum Opfer fallen.
Durch eine Tumorimpfung (ASI) sollen die Abwehrzellen in die Lage versetzt werden, Krebszellen besser zu erkennen und zu vernichten. Bei der Operation gewonnene körpereigene Krebszellen werden zu einem Impfstoff aufbereitet.
Weitere Therapien zur Rückfallverhütung befinden sich im Stadium klinischer Studien, so die Antikörper-Therapie oder die Lektinblockade zur Verhütung von Lebermetastasen, die häufig nach Darm- und Magenoperationen auftreten.
Wirkungsvoll unterstützt wird die Abwehrstärkung durch die Gabe von Vitaminen, Spurenelementen, Enzymen sowie durch Sauerstoff-Therapien.
Welche dieser Therapien im Einzelfall sinnvoll sind, muss der Therapeut entscheiden.

Grenzen der Immuntherapie

Wie die direkt tumorzerstörenden Therapien hat auch die Immuntherapie ihre Grenzen. Ein Grund dafür ist, dass sich Tumorzellen dem Angriff der Abwehrzellen entziehen können, weil sie sich tarnen und die Fress- und Killerzellen gar nicht an sich heranlassen. Ein anderer Grund ist: Das Immunsystem scheint überfordert zu sein, wenn zu viele Krebszellen vorhanden sind, also bei großen Geschwülsten. Es gibt zwar immer wieder Berichte, dass schon aufgegebene Krebskranke dennoch geheilt wurden, aber das sind leider noch Ausnahmen.

Eine Immuntherapie soll deshalb so früh wie möglich begonnen werden.

  • Bei fast jedem Kranken ist das Abwehrsystem schon vor der Diagnose geschwächt. Durch die klinischen Behandlungen wird es zusätzlich für Wochen und Monate erheblich geschädigt.
  • Nach der Operation und teilweise auch nach Strahlen- oder Chemotherapie ist die Chance, im Körper verstreute Tumornester durch Abwehrzellen zu vernichten, am aussichtsreichsten. Denn die Tumormasse ist erheblich verringert.
  • Klinische und biologische Therapien sollen kombiniert angewandt werden. So können sie sich gegenseitig in ihrer Wirksamkeit verstärken.

Ganzheitliche Krebsbehandlung

  • Zu einer ganzheitlichen Behandlung gehört auch, dass der Patient durch seine Mithilfe zum Erfolg beiträgt. Er kann durch Lebensweise, Ernährung, psychische Stärkung und Immuntraining die Maßnahmen des Arztes unterstützen. Denn das Immunsystem braucht in dieser Situation jede nur mögliche Hilfe und Anregung:
  • Setzen Sie sich wechselnden Reizen aus, z.B. durch Kneippgüsse oder Bürstenmassagen.
  • Bewegen Sie sich viel. Ein träger Körper macht auch das Abwehrsystem träge. Machen Sie Atemgymnastik.
  • Ernähren Sie sich so, dass die Abwehrzellen mit Wirkstoffen gut versorgt werden. Was sie brauchen, ist vor allem in Vollkorn, Gemüse und Obst enthalten.
  • Der Darm ist ein wichtiges Immun-Organ. Behandeln Sie ihn pfleglich. Industriezucker, Weißmehl, zuviel Fett und Fleisch - das mag er nicht. Das übersäuert ihn und andere Gewebe.
  • Bemühen Sie sich um eine ausgeglichene und optimistische Seelenlage. Trübe Gedanken, Ängste oder Hoffnungslosigkeit übertragen sich auf die Abwehrzellen und lähmen sie.
  • Richten Sie Ihren Tagesablauf so ein, dass sich Anspannung und Entspannung harmonisch abwechseln. Schlafen Sie ausreichend, aber verschlafen Sie den Tag nicht.
  • Vermeiden Sie übermäßige Belastungen durch körperlichen oder seelischen Stress, durch Rauchen oder andere Genussgifte.
  • Nehmen Sie Antibiotika oder Psychopharmaka nur ein, wenn es nötig ist.

Das Immunsystem ist ein sehr empfindlich reagierendes Organ. Durch allzu intensive Reize kann es auch durcheinander gebracht werden. Die Vorstellung "viel hilft auch viel" wäre falsch. Sanfte Reize stärken, starke Reize schwächen.

Konzept einer ganzheitlichen Behandlung

Alle biologischen Therapien sind ergänzende, komplementäre Behandlungen. Sie helfen, die Lebensqualität zu erhalten, Nebenwirkungen aggressiver Therapien zu mildern, Rückfälle zu verhüten oder das Fortschreiten der Krankheit zu bremsen. Durch engagierte Mithilfe können Sie viel zum Erfolg beitragen.