Dysmenorrhoe

p0308308Allgemeines zu Regelblutungen, Zyklusstörungen, und Dysmenorrhoe

Unter Zyklusstörungen (syn. Blutungsanomalien) versteht man Abweichungen vom normalen Monatszyklus der Frau. Entweder die Blutungsstärke oder das Intervall zwischen den Blutungen ist verändert.

 Auch das Ausbleiben der Periode (Amenorrhoe) und starke Regelschmerzen (Dysmenorrhoe) gehören dazu. Die Ursachen reichen von funktionellen oder hormonellen Störungen über organische Veränderungen bis zu allgemeinen Erkrankungen und genetischen Defekten. Je nach Art der Blutungsanomalie und abhängig vom Kinderwunsch unterscheiden sich die weiteren Untersuchungsschritte und die Behandlung.

Allgemeines


Bei Blutungsstörungen (Regelanomalien) geht es um alle Abweichungen von der regelrechten, vierwöchigen weiblichen Monatsblutung (Dauer 28 Tage/Blutungsdauer 3-6 Tage). Davon abzugrenzen sind alle anderen Blutungen des Uro-Genitaltrakts, die nichts mit der Regelblutung zu tun haben, also z.B. Verletzungen, Polypen, Tumoren usw. Die Menstruation - auch als Periode oder Regelblutung bezeichnet beginnt zwischen dem 12. und 15. Lebensjahr (Menarche). Setzt Sie früher ein, so spricht man von Frühmenarche, bei späterem eintreten von Spätmenarche. Die menstruelle Blutung ist das äußere Zeichen eines im Körper abgelaufenen Zyklus. Die Zykluslänge eines „normalen Zyklus" ist das Intervall zwischen zwei Monatsblutungen und beginnt am 1. Blutungstag. Die gesamte Menstruation dauert 4 – 5 Tage, dabei beträgt der Blutverlust insgesamt ca. 30 ml. Das Blutungsmaximum liegt am 2. Tag. Eine reguläre, ohne Beschwerden verlaufende menstruelle Blutung wird als Eumenorrhoe bezeichnet. Zyklusstörungen, die von diesen Regelmäßigkeiten stark abweichen, werden als Blutungsanomalien bezeichnet. Man unterteilt die Blutungsanomalien in Rhythmusstörungen, die sich auf die Blutungsintervalle beziehen, dazu gehört die zu selten auftretende Uterusblutung, d.h. Blutungen im Abstand von mehr als 35 Tagen (Oligomenorrhoe) und die zu häufig auftretende Uterusblutung, d.h. Blutungen im Abstand von weniger als 25 Tagen (Polymenorrhoe). Bei den übrigen Blutungsanomalien handelt es sich um Typusstörungen, die sich auf die Blutungsstärke beziehen.

Hier unterscheidet man:


 

  • Das Fehlen oder Ausbleiben der menstruellen Blutung (Amenorrhoe)
  • Die zu schwache Blutung (Hypomenorrhoe)
  • Die zu starke Blutung (Hypermenorrhoe)
  • Die zu starke und zu lang anhaltende Blutung (Menorrhagie)
  • Die schmerzhafte Blutung (Dysmenorrhoe)


Im Folgenden geht es um weitere Informationen zu Ursachen und Behandlung der Dysmenorrhoe.

Unter Dysmenorrhoe versteht man eine schmerzhafte Monatsblutung mit allgemeinem Krankheitsgefühl. Sie kann mit Veränderungen im Regelabstand (Oligo- / Polymenorrhoe) und Blutungsstärke (Hypermenorrhoe / Hypomenorrhoe / Menorrhagie) verbunden sein.

Ursachen

Ursachen einer Dysmenorrhoe können anatomisch bedingt sein, z.B. bei Gebärmuttergeschwülsten (z.B. Myomen der Gebärmutter), Schleimhautpolypen, entzündlichen Genitalerkrankungen, Gebärmutterschleimhautversprengungen (Endometriose) oder die Einengung des Gebärmutterhalskanals. Diese Formen bezeichnet man als sekundäre Dysmenorrhoe, da sie nicht mit der 1. Monatsblutung in der Pubertät, sondern im späteren Leben auftreten. Tritt eine Dysmenorrhoe mit der 1. Monatsblutung auf, spricht man von einer primären Dysmenorrhoe. Ursache für eine primäre Dysmenorrhoe kann eine Lageanomalie der Gebärmutter sein, weiterhin können Missbildungen der Gebärmutter, gestörte Hormonbalance zwischen Östrogen und Gestagen, übermäßige Prostaglandinbildung der Gebärmutterschleimhaut oder psychische Faktoren als Ursache in Frage kommen.

Häufigkeit


Bei ca. 20 % aller Frauen besteht wegen ausgeprägter Dysmenorrhoe eine Behandlungsnotwendigkeit.

Beschwerden


Neben allgemeinem Krankheitsgefühl mit Symptomen wie Müdigkeit, herabgesetzter Arbeitsfähigkeit, Rückenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Brechreiz, Kopfschmerzen, Migräne, Appetitlosigkeit, Durchfall, Stuhlverstopfung und Herzklopfen haben die Patientinnen krampfartig ziehende Unterbauchschmerzen, verbunden mit Druckgefühl im Unterleib, die sich bis zu heftigen, kolikartigen Schmerzen steigern können und auch zu Kreuzschmerzen führen können. Die Beschwerden beginnen meist einige Tage vor der Menstruation und sind gewöhnlich am 1. und 2. Blutungstag am stärksten. Neben körperlichen Schmerzen können auch psychische Veränderungen, wie beeinträchtigtes Selbstwertgefühl, Verstimmungen, nervöse Reizzustände und Depressionen auftreten oder eine der Ursachen sein. Die Brüste können schmerzhaft gespannt sein und im Bereich der Brustwarzen einen gesteigerten Berührungsschmerz aufweisen. Das Körpergewicht steigt durch Wassereinlagerungen leicht an; dies ist besonders im Gesicht sowie an Händen und Beinen mit unterschiedlicher Ausprägung sichtbar. Siehe auch die Informationen zum Prämenstruellen Syndrom (PMS).

Untersuchungen


Der Arzt beginnt mit einer genauen Befragung zur Entwicklung und zum Ablauf der Beschwerden. Diese sollte auch die gesamte Entwicklung, die Pubertätsperiode, das spätere Zyklusverhalten, die Familiengeschichte, eventuelle Erbleiden, Stoffwechselerkrankungen sowie die familiäre Neigung zu Fehlgewichigkeit beinhalten. Danach erfolgt eine gynäkologische Untersuchung, mit der anatomische Veränderungen erfasst werden können, sowie eine Ganzkörperinspektion, da Gewicht, Körperproportionen, Behaarung, Entwicklungszustand der Sexualmerkmale, geistige Entwicklung und psychische Faktoren wesentlich sein können. Bei Verdacht auf Hormonstörungen werden über Blut und Urin Hormonanalysen vorgenommen.

Naturheilkundliche orientierte Therapie


Die Behandlung der Dysmenorrhoe ist vielschichtig. Natürlich werden zunächst alle organischen und hormonellen Ursachen soweit möglich normalisiert. Bei allen Formen der Dysmenorrhoe wirken krampflösende Medikamente und Schmerzmittel (z.B. Ibuprufen, Buscopan etc.) symptomatisch zur Schmerzlinderung und haben auch in einer ganzheitlichen Behandlung ihren Stellenwert. Die Naturheilkunde setzt zusätzlich Phytotherapeutika und Homöopathika zur Beeinflussung der Beschwerdekonstellation ein. Die Ernährungsmedizin trägt mit bestimmten Ratschlägen zur Behandlung bei. Oft ist der Einsatz von bestimmten Fettsäuren, Vitamin B und Magnesium erfolgreich, unterstützt mit allgemeinen Eingriffen der Orthomolekularmedizin.

Die Traditionelle Chinesische Medizin ist oft ein sehr wirkungsvolles Instrument in der Behandlung der Dysmenorrhoe. Neben der Akupunktur ist die Anwendung hochwirksamer Kräuter sinnvoll und erfolgversprechend. Leitmeridiane sind der Chong-Mai, Leber- und Milzpankreas-Meridian, die mittels Akupunktur und Moxa-Behandlung reguliert werden.

Krankengymnastische und physikalische Therapien sind zur Unterstützung der Regulationsbehandlung sehr hilfreich. Insbesondere bei konstitutionell geschwächten Patientinnen ist die Ernährungs-, Bewegungs- und Wärmebehandlung wichtig. Bei psychischer Verursachung der Beschwerden sollte eine Behandlung mittels Psychotherapie unter Einbeziehung von Entspannungstechniken erfolgen.