Pilzerkrankungen

blumen022Pilzerkranungen der Scheide / Vaginal-Mykosen

Drei von vier Frauen erkranken mindestens einmal im Leben an einer Pilzinfektion der Scheide, (Vaginalmykose), viele auch wiederholt. Vaginalmykosen zählen somit zu den häufigsten Infektionen des weiblichen Genitalbereiches.  Bisher war die Behandlung dieser Erkrankung mit modernen Produkten nur durch den Arzt möglich, inzwischen gibt Kurzzeitbehandlungen ohne Rezeptpflicht.

Mykosen

Pilzerkrankungen (Mykosen) sind Erkrankungen beim Menschen, aber auch bei Tieren und Pflanzen, die durch Pilze verursacht werden. Die Pilze vermehren sich im Wirtsorganismus und hinterlassen Schäden im Gewebe des Wirtes. 100.000 bis 200.000 unterschiedliche Arten von Pilzen sind bekannt. Als Krankheitserreger beim Menschen sind allerdings nur etwa 100 von ihnen von Interesse.
Zu ihnen zählen Dermatophyten (auf der Haut lebende Pilze) wie Trichophyton-Arten, Hefen wie Candida albicans, aber auch die Schimmelpilze wie die Penicillium-Arten.
Weit verbreitet ist Candida albicans. Bei etwa 20 Prozent der Menschen bewohnt dieser Hefepilz völlig harmlos die Haut. Bei rund 60 Prozent wird C.A. sogar auf der Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes nachgewiesen, ohne dass irgendwelche Beschwerden auftreten. Erst wenn es beispielsweise durch Störung des Immunsystems zu einer starken Vermehrung des Pilzes kommt, lassen sich Symptome einer Candidose - einer Pilzerkrankung durch Candida - nachweisen.

Vaginalmykosen


Vaginalmykosen zählen nicht - wie oft angenommen - zu den Geschlechtskrankheiten. Es handelt sich auch nicht um eine schwerwiegende Erkrankung. Wer jedoch davon betroffen ist, für den stellt eine Vaginalmykose eine deutliche Belastung und eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität dar. Auslöser dieser Erkrankung ist nahezu immer der Hefepilz Candida albicans. Tritt eine Vaginalmykose mehr als viermal pro Jahr auf, kann man daraus schließen, dass die Abwehrkräfte des körpereigenen Immunsystems geschwächt sind oder eine Darmpilzerkrankung vorliegt.

Wie unterscheidet man Infektionen durch Bakterien von solchen durch Candida?

Bei beiden steht ein vermehrter Ausfluss im Vordergrund, der von starkem Brennen und Juckreiz in der Scheide begleitet sein kann.
Bei Bakterien ist ein deutlich vermehrter Ausfluss das Hauptsymptom. Dieser ist oft dünnflüssig und von gelblich-grüner bis weißer Farbe. Aber auch ein gräulich-weißer Ausfluss ist möglich. Begleitet wird der Ausfluss in der Regel mit einem typischen Fischgeruch. Juckreiz ist bei bakteriellen Infektionen seltener.
85% aller Pilzerkrankungen werden durch Candida albicans ausgelöst. Der vermehrte Ausfluss ist weiß oder gelblich und krümelig wie Quark. Der Scheideneingang ist meist geschwollen und gerötet. Die betroffenen Frauen klagen über einen unaufhörlichen Juckreiz oder Brennen im Vulvabereich und am Scheideneingang, der sich vor den Tagen noch verstärkt.

Was begünstigt eine Mykose?
  • ein abgeschwächtes, anfälliges Immunsystem z.B. in Phasen von Stress oder Erkrankungen
  • Diabetes: der Zuckergehalt ist auch auf den Schleimhäuten der Scheide erhöht
  • Darmpilzübersiedlungen – erkennbar durch eine Stuhluntersuchung
  • Schwangerschaft: hoher Zuckergehalt auf den vaginalen Schleimhäuten
  • Einnahme von Antibiotika : Antibiotika bewirken mitunter nicht nur das Abtöten der bakteriellen Krankheitserreger, sondern verursachen dadurch ein Ungleichgewicht im Körper und ein verstärktes Pilzwachstum
  • Einnahme von Immunsuppressiva wie Kortison oder Zytostatika, die die Abwehrmechanismen negativ beeinflussen

Was ist zu tun?
  • Bei einer Erstinfektion oder einem verfärbten Ausfluss, der nicht dem einer Candidose entspricht, ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen.

Tipps für häufig betroffene Frauen

  • Vermeiden Sie Unterwäsche und Strumpfhosen aus Kunstfasern oder zu enge Jeans. Darunter entsteht ein warmes Klima, in dem sich der Candida-Pilz gut vermehren kann.
  • Verwenden Sie zum täglichen Waschen nur milde, pH-neutrale Seifen ohne Desinfektions- oder Parfümzusatz. Verzichten Sie auf übertriebene Hygiene!
  • Lange und zu heiße Bäder und stark parfümierte Badezusätze vermeiden!
  • Keine Intimsprays verwenden!
  • Nach dem Toilettenbesuch mit dem Toilettenpapier immer von der Scheide weg in Richtung After reinigen. Pilze, die im Darm vorkommen, können sonst in die Vagina gelangen.


Prophylaxe

Damit es bei einer Behandlung mit Antibiotika - zum Beispiel gegen einen bakteriellen Infekt - oder aber in Phasen vermehrten Stresses gar nicht erst zu einer Vaginalmykose kommt, können Sie prophylaktisch eingreifen. Aber auch durch die Einnahme von Echinacin - oder Zink-Produkten lässt sich die Häufigkeit von Mykosen reduzieren. Die Prophylaktische Einreibung des Scheideneingangs nach der Periode kann ebenfalls wirksam sein.

Antworten auf oft gestellte Fragen


Ich bin schwanger - Kann ich eine Candida-Therapie gefahrlos anwenden?


Gerade in der Schwangerschaft ist durch die Hormonumstellung das Risiko einer Pilzinfektion hoch. Sie sollten in diesem Fall unbedingt einen Arzt aufsuchen, auch wenn bei der Drei-Tages-Therapie bisher keine schädigenden Auswirkungen festgestellt wurden.

Hat mein Partner mich angesteckt?

Das ist möglich, wenn sich auf dem Glied Ihres Partners Pilze (meist unbemerkt, weil ohne Symptome) befinden, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden können. Die meisten Pilzinfektionen kommen nicht über eine Ansteckung zustande.

Muss ich mich besonders ernähren?


Pilze lieben Zucker. Verzichten Sie daher auf größere Mengen an Süßigkeiten, wenn Sie häufig unter einer Vaginalmykose leiden. Eine Darm-Stuhluntersuchung ist bei wiederholter Pilzinfektion sinnvoll, um anschließend falls erforderlich eine Darmbehandlung durchführen zu können.